BUM – BUM – NEIN !

Schallt es vom Rathausplatz Sindelfingen. Verwundert schauen einige Angestellte der Stadtverwaltung aus den Fenstern und sehen doch tatsächlich eine Demonstration vor der eigenen Haustüre. Was die hier machen? – „Keine Ahnung!“, meint eine städtische Mitarbeiterin. Die Demo sei ordnungsgemäß angemeldet worden, so der Versammlungsleiter.

„Bum Bum Nein!“ und „Vöhringer, Vöhringer!“, skandieren die Demonstranten. Gemeint ist natürlich der Oberbürgermeister dieser wunderschönen Stadt. Man habe auch per Mail den Wunsch geäußert, um 9.30 Uhr einen Fragenkatalog an den Oberbürgermeister übergeben zu wollen. Tatsächlich geht nach einer halben Stunde die Tür auf und 2 Herren aus der Verwaltung und ein paar Polizisten kommen mit dem Versammlungsleiter ins Gespräch. Der OB hätte leider keine Zeit – terminliche Gründe hindern Ihn an einem Besuch vor der eigenen Haustüre.

Stellvertretend nimmt Hauptamtsleiter Roland Narr den Fragenkatalog entgegen.

Um was es denn darin eigentlich geht?, frage ich den Anmelder Werner E. „Es geht uns um die Kinder, die leiden am meisten“, so seine knappe Antwort. „Gehörst Du einer bestimmten Partei an oder bist Du der Querdenker Szene zugehörig?“ – „Nein!“, beharrt Werner. „Hier geht es um die Kinder und Enkel, die keine Lobby haben, die leiden und kein Gehör finden. Die können nicht sagen oder formulieren, was Sie beschäftigt. Das ist unser Job. Wir Eltern und Großeltern müssen das Sprachrohr für die Kinder sein. Sonst tut es nämlich keiner.“ Und da mein Gesprächspartner kein Freund vieler Worte ist, hält er mir freundlicher Weise eine Kopie des Schreibens in die Kamera:

Damit sei alles gesagt. In der Kürze liegt die Würze sozusagen. Mein persönlicher Eindruck an diesem etwas verregneten Montagmorgen waren: eine überraschte und vielleicht etwas nervöse Stadtverwaltung, entschieden auftretende, aber dennoch recht bodenständige Demonstranten. Die Auflagen wurden eingehalten. Strafzettel gab es augenscheinlich keine. Alles in allem recht unaufgeregt und geordnet. Das Thema „Kinder“ scheint nun wohl auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein. Das hat sicherlich eine neue Qualität. Zum Abschluss hält Sprecherin Anja noch ein Schild hoch:

Eine Fortsetzungsserie? – Mit einem verschmitzen Grinsen meint Sie nur „Hasta la vista baby…!“

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