Das Leiden der Kinder in Corona Zeiten Demonstration in Sindelfingen und Böblingen vom 29.5.2021

An einem warmen Samstagmorgen fand die 2. Kundgebung zum Thema „Das Leiden der Kinder“ in Sindelfingen statt. Hintergrund war ein Fragenkatalog der zwei Wochen zuvor an Vertreter der Stadt Sindelfingen überreicht worden war, addressiert an Oberbürgermeister Bernd Vöhringer. Darin enthalten waren z.B. Fragen zu Inhaltsstoffen auf Teststäbchen, oder zur Maskenpflicht an Schulen (Bericht vom 17.4.21). Bis Redaktionsschluss waren seitens der Stadtverwaltung noch keine Antworten überstellt worden.

Also wird weiterdemonstriert…

Warum heißt der Platz eigentlich „Grüner Platz“?

Abstände und Maskenpflicht wurde eingehalten. Die Polizei – sowohl in Sindelfingen wie auch Böblingen – hatte während der ganzen Veranstaltung nichts zu monieren.

Diese illustre Runde gab mir das Einverständnis einpaar Kommentare zu zitieren: „Das mit der Impfung soll jeder selber entscheiden, da weiß man ja nicht so genau wie das wirkt.“ , dann „Testen ist nicht schlimm, das mach ich auch, des bisle Spucke..“ Eine andere Passantin hält dagegen: „von wegen Spucke, die gehen den Kindern in die Nase! Das ist überhaupt nicht ok!“ “ … sie könnet der Sprecherin ruhig mitteilen, das ich Sie gerne auf die Intensivstation mal für einen Tag mitnheme… und überhaupt, des sind doch älles Querdenker..“ Auf die Frage hin, worauf er denn seine Vermutung stütze, bekomme ich nur eine ausweichende Antwort. Symbole hätte er nicht gesehen.

Vielleicht hätte ich beim Anmelder der Veranstaltung stehen sollen, um eine fundierte Antwort auf meine Frage zu bekommen. Er unterhält sich gerade mit einer anderen Reporterin. Ich bekomme gerade noch einpaar Sätze mit. „Hier gehts um die Kinder und sonst um gar nix. Die Kinder leiden unter den Maßnahmen das ist doch offensichtlich. Wir sind aus der bürgerlichen Mitte, und wenn die Mitte auf die Straße geht, dann stimmt doch was nicht, oder?!“

Tatsächlich sind auch einige Kinder mit dabei. „In Zeiten von Corona ist es nicht so leicht eine Betreuung zu finden. Das Kind zur Oma zu tun ist grad nicht so cool.“ meint Steffi, eine Mutter mit 2 Kleinkindern. Aber wenigsten sind noch einpaar andere Kinder dabei, dann können die wenigsten spielen.

Steffi hat die Befürchtung, Ihr Nachwuchs würde gegen ihren Willen geimpft werden. Meines Wissens steht das doch nicht zur Debatte, werfe ich ein. Doch Steffi bleibt bei Ihrer Meinung und führt weiter aus: „So wie das freiwillige Testen auch in wenigen Tagen zur Testpflicht wurde, so wird es mit der Impfung auch laufen! Und obwohl die Bundesnotbremse vorsieht, mit der Testung auszusetzen wenn der Wert unter 100 ist, werden meine Kinder immer noch getestet. (Stand heute ist der Inzidenzwert bei ca. 35. Anm.der Red.) „Landrat Bernhard lehnt sich sehr weit aus dem Fenster, wenn er sagt, das klappt doch gut mit dem Testen, und das Eltern und Erzieher dem überwiegend zustimmen. Das ist über alle Maßen arrogant. Es ist nämlich genau umgekehrt. Es traut sich nur niemand was zu sagen.“

Norbert aus Leonberg klinkt sich ein. Dort gab es eine Umfrage: 60% der Eltern sind gegen die Testung Ihrer Kinder. Steffi nickt. Das deckt sich mit Ihrer gefühlten Realität.

Ich gehe weiter zu Andreas. Er arbeitet als Chemiker und kennt die Inhaltsstoffe auf den Stäbchen. „Bei einmal testen habe ich keine Bauchschmerzen. Aber bei allem was regelmäßig passiert, muss man genauer hinschauen – und da gruselt es mich. Deshalb habe ich mein Kind seit der Testpflicht aus dem Kindergarten genommen“.

Auch Maren ist nochmal am Megafon und erzählt, wie es Ihr in der Schule geht: Nach einem Schultag pausenloses Masketragen hat sie abends Kopfweh und Ihr ist schlecht. Auch das Testen ist Ihr zuwieder – Spuktests gibt es in Ihrer Schule nicht. Also wird der Teststab in die Nase gesteckt. Sie will das nicht mehr.

Maren ist zehn Jahre alt – eigentlich schon zehneinhalb – und hält das erste Mal vor so vielen unbekannten Menschen eine Rede. Angst hat Sie keine, Sie findet es gut, mal zu sagen, was Sie denkt, auch wenn die Mama formuliert hat. Maren spricht aus, was viele sich nicht zu sagen wagen, aus Angst in eine bestimmte Ecke gestellt zu werden. Die Maßnahmen seien überzogen und werden immer schlimmer, obwohl alle die Sie kennt sich an die Regeln gehalten haben. Das sei ungerecht und bedrückend. Kontakt zu Freunden hat sie nur noch selten; viele sind übervorsichtig geworden und gehen auf Distanz. Unter dieser Isolation leiden Sie und andere Schulkameraden.

Es wird eine kurze Passage aus der Bildzeitung zitiert, die sich stellvertretend für die Regierung bei den Kindern entschuldigt. Schade, das es die Regierung selbst nicht tut. Die „Corona Maßnahmen haben von unseren Jüngsten am meisten gefordert. “ meint Ihre Mutter.

Deshalb fordert Maren – stellvertretend für alle Kinder – nichts weniger als Ihre unbeschwerte Kindheit zurück. Der letzte Applaus dieses langen Tages geht an ein zehneinhalbjährigen Mädchen, das die Hoffnung noch nicht verloren hat, das es doch irendwo gehört wird.

3 Gedanken zu „Das Leiden der Kinder in Corona Zeiten Demonstration in Sindelfingen und Böblingen vom 29.5.2021

  • 30. Mai 2021 um 20:15
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    Super Beitrag! 👏 Objektiv und das Anliegen der Demonstranten sehr gut wiedergegeben.

    Antwort
  • 30. Mai 2021 um 21:18
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    Danke für den tollen Bericht! Wenn es doch nur die ÖR genauso neutral tun würden. Ich hoffe, es werden mehr, die sich trauen, Gesicht zu zeigen und sehr bald den Mut aufbringen, für ihre Kinder/Enkel mit auf die Straße zu gehen.
    LG
    Filli

    Antwort
  • 31. Mai 2021 um 18:51
    Permalink

    Vielen Dank für den super Beitrag!
    Es tut gut, neutrale Berichte -ohne Keulenschwingen gegen Andersdenkende- zu lesen.

    Antwort

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